Lager-Consultant Pascal im Interview: Inwiefern lohnt sich der Einsatz von MDE-Geräten im Lager?

Lager-Consultant Pascal im Interview: Inwiefern lohnt sich der Einsatz von MDE-Geräten im Lager?

Kommissionierung mit MDE-Geräten cateno Lagersoftware

In unserer „Sie fragen – Wir antworten“ – Reihe widmen wir uns in regelmäßigen Abständen immer wiederkehrenden Kundenfragen, z.B. zur Kommissionierung und zu MDE-Geräten.

In der ersten Ausgabe haben wir unseren Fokus auf die Warenwirtschaft und die Frage, wieso es besser ist, ein eigenständiges Warenwirtschaftssystem zu nutzen, als auf ERP-Funktionalitäten von Onlineshops zurückzugreifen, gelegt.

In der zweiten Ausgabe erklärte uns Geschäftsführer Markus Meißner, wie das Zusammenspiel zwischen Warenwirtschaft und einem Shopware-Shop funktioniert. Heute richten wir unser Augenmerk auf das Lager. Hierzu haben wir mit Lager-Consultant, Pascal Ilg, die Frage diskutiert, inwiefern sich der Einsatz von MDE-Geräten lohnt. Also – Let’s get it started!

Hier finden Sie das Interview auch als Whitepaper zum Download

Pascal, Du hast Unternehmens-und Sicherheitsinformatik studiert und arbeitest nun seit über 2 Jahren als Lager- und Versand-Consultant bei cateno. Bevor wir uns konkret den MDE-Geräten widmen: Welche generellen Tipps gibst Du unseren Händlern zur Optimierung der Lagerprozesse?

Genau, ich beschäftige mich nun seit über 2 Jahren tagtäglich mit Lager-und Versandprozessen. Da bekommt man schon einiges mit 🙂 Was ich aus dem Praxisalltag mitgenommen habe ist, dass verschiedene Aufträge auf einer Pickliste zusammengefasst werden sollten, wann immer es nur geht. So können die Lagermitarbeiter wegeoptimiert durch die Lagerhallen gehen und direkt die Waren von verschiedenen Bestellungen picken. In diesem Fall sprechen wir von der sogenannten Sammelkommissionierung. Im Gegensatz hierzu steht die Einzelkommissionierung, die in Spezialfällen, wenn ein Händler z.B. sehr große Produkte vertreibt oder sehr umfangreiche Bestellaufträge entgegennimmt, natürlich auch Sinn machen kann. Eine Einführung zu den Kommissonierarten finden unsere Kunden übrigens in diesem YouTube-Webinar zur Kommissionierung.

Aber zurück zur Sammelkommissionierung: Eine Art der Sammelkommissionierung – und ganz neu in cateno 5 – ist die rollende Boxenkommissionierung. Hierbei geht der Lagermitarbeit mit einem Wagen durch das Lager. Auf dem Wagen befinden sich verschiedenen Boxen. Eine Box ist dabei jeweils einem Auftrag zugeordnet. Und nun komme ich doch schon auf die MDE-Geräte zu sprechen. Bevor der Lagermitarbeiter mit der Kommissionierung beginnt, ordnet er mit dem MDE-Gerät jeder Box, eine Bestellung zu.

Auf dem MDE-Gerät bekommt der Lagermitarbeiter nun die zu pickenden Waren – natürlich Laufwegeoptimiert – angezeigt. Am jeweiligen Regal angekommen, scannt der Mitarbeiter das Produkt und erhält direkt die Information, in welche Box das Produkt gehört. So läuft der Lagermitarbeiter durch das Lager und arbeitet direkt mehrere Bestellungen auf einmal ab.

Noch mehr Zeit kann übrigens eingespart werden, wenn feste Boxen mit Barcodes schon in der Lagersoftware konfiguriert werden. In diesem Fall muss der Lagermitarbeiter nicht einmal mehr mit dem MDE-Gerät einen Auftrag zu einer Box zuordnen, sondern dies ist standardmäßig schon festgelegt. Ein weiterer Praxistipp von mir ist übrigens der Einsatz von farbigen Boxen. Hierdurch kann der Lagermitarbeiter das Produkt noch schneller in die Box einsortieren und es kommt zu weniger Verwechslungen.

Das sind wirklich einige gute Gründe für den Einsatz von MDE-Geräten! An welchen weiteren Punkten im Lager-und Versandprozess können die MDE-Geräte denn noch sinnvoll sein?

Auch beim Wareneingang sind die MDE-Geräte sehr hilfreich! Die Artikel werden mit Hilfe des MDE-Geräts auf den jeweiligen Lagerplatz eingelagert. Gerade bei der chaotischen Lagerhaltung, bei der die Produkte immer an einer anderen freien Stelle gelagert werden, ist das enorm wichtig!

In der Warenausgangskontrolle werden dahingegen Barcodescanner eingesetzt. Der Packer scannt in diesem Fall mit dem Scanner die jeweilige Bestellung und die einzelnen Produkte. So wird schnell sichergestellt, dass auch immer das richtige Produkt im Paket landet. Bei der rollenden Boxenkommissionierung kann man sich diesen Schritt oftmals sparen, da die Artikel bereits in die einzelnen Boxen einsortiert wurden und nun nur noch von einer Box in ein Paket gepackt werden müssen.

Verstanden. Könntest Du nun noch einmal erklären, wie die MDE-Geräte mit unserer Software verknüpft sind?

Natürlich! Wir installieren unsere Lagersoftware direkt auf den MDE-Geräten. So wird die Pickliste beim Scannen direkt auf dem MDE-Gerät geöffnet oder die konfigurierten Boxen, den Bestellungen zugeordnet. Auch wird der Lagerplatz beim Einbuchen der Ware von der Lagersoftware auf das MDE-Gerät übertragen. Vom MDE-Gerät wird wiederum der aktuelle Bestand (z.B. nach Abbuchen eines Artikels) in die Lagersoftware übergeben.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen für den Einsatz von MDE-Geräten? Welche MDE-Geräte empfiehlst Du unseren Kunden?

Damit die MDE-Geräte mit der Lagersoftware kommunizieren können, müssen diese an das W-LAN angeschlossen sein. Daher ist für den Einsatz von MDE-Geräten ein vorhandenes, stabiles W-LAN-Netzwerk unabdingbar.

Wir empfehlen die folgenden MDE-Geräte:

  • MC3190 Kleines MDE Gerät
  • MC92NO großes MDE Gerät (Pistole)

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier einfach gut und die Geräte des Herstellers Motorola/Zebra haben sich schon bei vielen unserer Kunden bewährt!

Vielen lieben Dank für das Interview! Möchtest Du unseren Kunden noch als kleines Fazit etwas mit auf den Weg geben?

Gerne 🙂 Mein Kredo lautet: Weniger Picklistenprofile, dafür mit mehr Aufträgen! Nutzen Sie die rollende Boxenkommissionierung, wo immer es möglich ist und wägen Sie genau ab, wie oft neue Picklisten erstellt werden. Als Faustformel rate ich unseren Kunden hier: Bei 50 Vorgängen pro Stunde, ist es absolut ausreichend, den Picklistenlauf 1 Mal zu starten.

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