Gewusst-wie: Verschiedene Wege zum Optimieren Ihres Lagers

Gewusst-wie: Verschiedene Wege zum Optimieren Ihres Lagers

Lagersoftware E-Commerce

Amazon beliefert in München und in Berlin seine Kunden auf Wunsch innerhalb einer Stunde. Auch andere Großkonzerne bieten schon seit einigen Jahren eine Same-Day-Delivery an. Eine aktuelle Studie der Statista belegt, dass 66 Prozent der befragten Online-Shopper eine Lieferung innerhalb von zwei Tagen erwarten. Dabei erhöht eine schnelle Lieferzeit die Kundenzufriedenheit und senkt die Retourenquote. Genau diese schnelle Lieferzeit können Sie allerdings nur einhalten, wenn Sie Ihr Lager so effizient wie möglich steuern! Welche Wege es zur Optimierung Ihres Lagers mit einer Lagersoftware gibt und welche Entscheidungen Sie bei der Steuerung Ihres Lagers treffen müssen, erklären wir Ihnen im nächsten Teil unserer Gewusst-wie-Reihe:

Vom Wareneingang zum Versand – Verschiedene Wege zum Optimieren Ihres Lagers

Der Ratgeber steht Ihnen hier auch als Whitepaper zum Download zur Verfügung.

Vom Einkauf und dem Wareneingang

Noch bevor der Kunde auf „Kaufen“ klickt, müssen Sie in Ihrem Lager diverse Prozesse ablaufen lassen und Entscheidungen treffen. Um Produkte innerhalb kürzester Zeit an Ihre Kunden zu liefern, müssen Sie diese Produkte zunächst lieferbar und somit „auf Lager“ haben.[Anm. d. Red.: Fulfillment-Strategien oder das Streckengeschäft werden in diesem Ratgeber außer Acht gelassen.] Sie lösen also zunächst eine Bestellung an Ihren Lieferanten über Ihr Warenwirtschaftssystem aus. Hierbei können Sie den Lieferanten dazu auffordern eine Belegnummer als Referenz anzugeben. Wird die Ware nun an Ihr Lager geliefert, gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen:

Belegbezogene Wareneingangskontrolle

Mithilfe eines mobilen Endgeräts oder eines Barcode-Scanners können Sie nun den Lieferschein Ihrer Bestellung mit dem in der Warenwirtschaft hinterlegten Bestelldokument abgleichen. Dabei können Sie in der Warenwirtschaft auch Teillieferungen oder Überbuchungen erfassen. Sind alle Positionen gescannt, kann die Software einen Eingangslieferschein erstellen. Dieser hilft Ihnen dabei, die Ware im Anschluss im Lager zu Verräumen.

Beleglose Wareneingangskontrolle

Liefert Ihr Lieferant Ihnen verschiedene Produkte aus den unterschiedlichsten Bestellungen, werden zeigt Ihnen die Warenwirtschaft alle beim Lieferanten offenen Bestellungen an. Es gibt also nicht den EINEN Beleg. Nun Scannen Sie die einzelnen Positionen der Lieferung mithilfe Ihres mobilen Endgeräts. Im Anschluss erhalten Sie, wie bei der belegbezogenen Wareneingangskontrolle, einen Eingangslieferschein. Wenn es nun um das Verräumen der Ware im Lager geht, müssen Sie sich zwischen folgenden zwei Strategien entscheiden:

Chaotische Lagerhaltung versus Festplatzsystem

Die Art der Lagerhaltung spielt gerade bei der Steigerung der Effizienz Ihres Lagers eine ausschlaggebende Rolle! Dabei gibt es sicherlich nicht die „One-Size-Fits-All“ Lösung. Vielmehr sollten Sie die Gegebenheiten Ihres Lagers, wie auch Ihr Produktsortiment und Ihre Verkaufskanäle individuell bei der Wahl der Lagerhaltung betrachten.

Dennoch gibt es einige Vor- und Nachteile beider Strategien:

Bei der Festplatzlagerhaltung werden den Artikeln feste und langfristige Standorte in Ihrem Lager zugewiesen. Je nach Größe Ihres Sortiments wissen Ihre Lagermitarbeiter nach gewisser Zeit, wo in Etwa die Produkte lagern. Hierdurch können sich Ihre Mitarbeiter schnell im Lager zurechtfinden. Bei der chaotischen oder auch dynamischen Lagerhaltung werden die Produkte hingegen flexibel gelagert. Eben gerade da, wo Platz ist.

Zugegebenermaßen klingt die chaotische Lagerhaltung etwas „chaotischer“ als sie eigentlich ist.  Die chaotische Lagerhaltung wird nämlich von einer intelligenten Lagersoftware gesteuert und optimiert so die Lagerfläche. Werden neue Waren an Ihr Lager geliefert, wählt die Lagersoftware unter Berücksichtigung diverser Faktoren einen freien Lagerplatz für die neue Lieferung. Der Lagermitarbeiter lagert die Ware dort ein. Diese Einlagerung erfasst der Mitarbeiter mit einem mobilen Endgerät. Dieses erfasst wiederum die aktuelle Lagerposition der Ware in der Warenwirtschaft. Zudem können Sie Artikel mit der chaotischen Lagerhaltung auch nach Ihrer Wichtigkeit einlagern. Produkte, die öfter verkauft werden, können Sie an einem leicht und schnell erreichbaren Platz einsortieren.

Allerdings gibt es auch einige Voraussetzungen, die Ihr Lager bei der chaotischen Lagerhaltung erfüllen muss:

  • Sie müssen alle Artikel digital gekennzeichnen
  • Lagerbewegungen müssen ebenfalls digital nachverfolgt werden
  • Die Produkte müssen ähnliche Anforderungen an Ihre Umgebung (Temperatur, Luftfeuchtigkeit,..) haben

 

Erfüllen Ihre Produkte die genannten Voraussetzungen, können Sie von folgenden Vorteilen der chaotischen Lagerhaltung profitieren:

  • Eingesparte Zeit durch schnelles Ein- und Auslagern der Produkte, da Ihnen die Lagersoftware einen geeigneten Lagerplatz vorgibt
  • Maximale Auslastung der Lagerkapazität
  • Effiziente Kommissionierung, denn Waren werden je nach Wichtigkeit im Lager positioniert
  • Kurze Einarbeitungszeit der Mitarbeiter
  • Die Mitarbeiter müssen sich – im Gegensatz zum Festplatzsystem – die Position der Ware im Lager nicht merken

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie mithilfe der cateno-Lagersoftware Ihr Lager mit der chaotischen Lagerplatzverwaltung höchst effizient nutzen können, insofern es die individuellen Gegebenheiten Ihres Lagers und Ihrer Produkte zulassen. Übrigens ist es auch kein Zufall, dass Amazon oder Zalando Ihre Logistikzentren auf diese Art der Lagerhaltung optimieren. Doch Sie müssen sich einer weiteren Frage bei der Einlagerung Ihrer Produkte stellen:

FiFo oder LiFo?

FiFo (First In – First Out) beschreibt eine Lagerstrategie bei der zuerst eingelagerte Ware auch wieder als erstes dem Lager entnommen wird. Lagertechniken bei denen dieses Prinzip angewendet wird, sind z.B. Palettendurchlaufregallager oder Behälterdurchlaufregallager.

Das LiFo-Prinzip (Last In – First Out) ist demnach genau das Gegenteil. Sie entnehmen zuletzt eingelagerte Waren zuerst. Lagertechniken bei denen dieses Prinzip angewendet wird sind z.B. das Satellitenregallager, das Zeilenlager oder das Einfahrregallager. Das FiFo-Prinzip sollten Sie vor allem bei leicht verderblichen Gütern, wie Lebensmitteln anwenden. Hier ist es wichtig, dass Waren die zuerst eingelagert wurden, auch zuerst entnommen werden. Das LiFo-Prinzip können Sie hingegeben bei unverderblichen oder sehr lang haltbaren Produkten mit hoher Umschlaghäufigkeit in Erwägung ziehen. Eine solche Lagerung kann auch Platz- oder Kosteneinsparungen mit sich bringen, denn die Produkte werden einfach von Vorne in das Regal geschoben und von dieser Seite auch wieder entnommen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Sie sehen, bevor der Kunde überhaupt auf „Kaufen“ klickt, gibt es für Sie einige wichtige Dinge zu entscheiden! Sie müssen diese Entscheidung allerdings nicht alleine treffen. Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen dabei, die für Sie perfekte Strategie zu finden. Diese könnte übrigens auch aus einer Mischform bestehen. Manche Produkte Ihres Sortiments eignen sich sicherlich besser für die chaotische Lagerhaltung oder für das FiFo-/ LiFo-Prinzip als andere. Klickt der Kunde nun aber auf „Kaufen“ muss es, wie zu Beginn beschrieben, schnell gehen. Um die Ware so schnell es geht auszuliefern, gibt es wiederum verschiedenen Kommissionierstrategien.

Über die Kommissionierung und den Warenausgang

Den Warenausgang können Sie durch die Wahl der richtigen Kommissionierstrategie optimieren. Hierbei ist die für Sie richtige Strategie abhängig von der durchschnittlichen Größe Ihrer Artikel, der Auftragsgröße, der Lagergröße oder auch davon, über welchen Verkaufskanal Sie Ihre Produkte vertreiben.

Die verschiedenen Kommissionierstrategien im Überblick

Einzelkommissionierung

Wie der Name es schon sagt, wird bei dieser Strategie jeder Auftrag einzeln kommissioniert. Hierfür wird eine wegoptimierte Pickliste erstellt. Diese wird entweder ausgedruckt und abgehakt (= Pick by Paper) oder mit einem mobilen Endgerät abgearbeitet. Die Strategie macht nur Sinn, wenn der jeweilige Auftrag entsprechend groß ist und aus vielen verschiedenen Positionen besteht.

Einstufige Sammelkommissionierung (rollende Kommissionierung)

Bei dieser Strategie werden mehrere einzelne Aufträge gleichzeitig gepickt. Hierfür sammelt die Software die Vorgänge in einer Pickliste. Der Lagermitarbeiter verteilt die Waren in unterschiedliche Boxen auf dem Kommissionierwagen pro Auftrag. Hier kann zum Beispiel ein MDE-Gerät als Unterstützung zum Einsatz kommen. Beim jeweiligen Artikel wird angegeben, in welcher Box und in welcher Stückzahl dieser abzulegen ist. Die Kontrolle, ob der richtige Artikel gepackt wurde, kann dabei entweder direkt beim Packen oder bei der Warenausgangskontrolle beim Scannen der Artikel am Packarbeitsplatz erfolgen. In diesem YouTube-Video zeigt Ihnen unser Kunde ToniTec, wie die rollende Boxen-Kommissionierung mit cateno aussehen kann.

Mehrstufige Sammelkommissionierung (Versandbox Kommissionierung)

Hier fasst die Software ebenfalls gleich mehrere Vorgänge in einer Pickliste zusammen. Diese können Sie in eine Box kommissionieren. Der Unterschied zur einstufigen Sammelkommissionierung ist, dass die Verteilung der Artikel erst beim Eintreffen am Packarbeitsplatz in ein dort installiertes Boxen-System erfolgt.

1-Artikel-Kommissionierung

Die 1-Artikel-Kommissionierung macht vor allem Sinn, wenn man täglich viele Aufträge hat, die jeweils nur aus einem Artikel bestehen. Dies ist z.B. oft bei Amazon-Aufträgen der Fall. Hier erstellen Sie eine Sammelkommissionierliste mit allen Aufträgen, die genau einen Artikel beinhalten. Mit dieser Packliste folgen Sie einem optimierten Weg durch das Lager. bei dem die Artikel eingesammelt werden. Bei Ankunft am Packarbeitsplatz wird jeder Artikel einzeln gescannt und die Lagersoftware weiß automatisch zu welchem Auftrag der Artikel gehört. So werden direkt das Versandlabel und die Rechnung ausgedruckt.

Just-In-Time-Versand

Dieser Prozess eignet sich, wenn man Artikel vom Lieferanten auftragsbezogen bestellt hat und diese am selben Tag weiter an den Kunden versendet werden sollen. Bei dem Just-In-Time-Versand unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Typen:

Einstufiger JIT

Nach dem Scannen des Artikels im Wareneingang werden direkt eine Kundenrechnung und ein Versandlabel erstellt. Die Ware ist sofort zum Versand bereit.

Zweistufiger JIT

Nach dem Scannen des Artikels im Wareneingang erhält der Mitarbeiter eine Meldung, dass er den gescannten Artikel im Lager „JIT“ ablegen kann. In diesem Zwischenlager scannt er den Artikel erneut. Die Software erzeugt automatisch die Rechnung und das Versandlabel. Der zweistufige JIT macht dann Sinn, wenn Wareneingang und Warenausgang räumlich getrennt voneinander sind.

Die Warenausgangskontrolle

Je nachdem für welche Kommissionierstrategie Sie sich entschieden haben, müssen Sie in der Warenausgangskontrolle die gepickten Waren mit dem offenen Auftrag abgleichen. Für diesen Soll-Ist-Vergleich können Sie mobile Endgeräte verwenden. Bei manchen Produkten ist dies nicht möglich, bspw. wenn diese zu klein sind. Auch das Wiegen der Ware erfolgt, falls nötig, an diesem Schritt des Lagerprozesses. Sind alle Positionen gepickt, kann der Lagermitarbeiter die Ware verpacken. Aus der Warenwirtschaft erhält die Lagersoftware die verschiedenen Informationen über den Auftrag. Hierauf erstellt sie direkt das Frachtlabel und die Rechnung. Dabei ist es unerheblich mit welchem Frachtführer Sie die Sendung versenden möchten, denn Sie können aus über 100 Frachtführern wählen, ohne die Software zu wechseln.

Exklusive Einblicke in das neue Release von cateno für Lager

Die neuste Version unserer Lagersoftware steht Ihnen bald als Update zur Verfügung! Neben den bislang beschriebenen Funktionen, bietet die neueste Version der cateno Lagersoftware erhebliche Verbesserungen in der Benutzeroberfläche:

  • Einfache Menüführung mit klarer Farbgebung
  • Kurze Schulungszeiten für Picker und Packer durch die intuitive Gestaltung der Software-Oberfläche
  • Mehrsprachige Benutzeroberfläche
  • Protokollierung zur Effizienzüberwachung
  • Login mit ID-Karte
  • Übersichtliche Darstellung der Soll-Ist-Werte bei der Wareneingangs- und Warenausgangskontrolle
  • Gewichtsabfragen
  • Erfassung der aktuellen Packzeit
  • Hinweise auf Zusatzprodukte
  • Unterstützung der Gestensteuerung ab Windows 8
  • Touchscreen-optimierte Oberfläche

 

Mit der cateno Lagersoftware sind Sie also bestens gewappnet für den sprichwörtlichen Kampf gegen die Zeit. Und falls Sie sich unsicher sind, wenn es um die verschiedenen Lagerplatz- oder Kommissionierstrategien geht, schreiben Sie uns doch einfach eine E-Mail an

Gewusst, wie Sie Ihr Lager optimieren können? Nun kennen Sie sich aus. cateno. So geht E-Commerce.

 

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Webinare zu diesem Thema:

Lagersoftware – Ein Überblick
cateno für Lager – Kommissionierung Teil 1
cateno für Lager – Die rollende Kommissionierung Teil 2